von Denise Pätzold
Gesundheit & Ernährung
Trockene Augen gehören heute zu den häufigsten Alltagsbeschwerden. Sie äußern sich durch Brennen, Jucken, Fremdkörpergefühl oder gerötete Augen – manchmal paradoxerweise sogar durch vermehrtes Tränen. Besonders Bildschirmarbeit, trockene Raumluft und Stress können die Symptome verstärken. Doch was steckt eigentlich dahinter – und was hilft wirklich?
Was sind trockene Augen?
Trockene Augen (auch Sicca-Syndrom genannt) entstehen, wenn der natürliche Tränenfilm des Auges gestört ist. Entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder sie verdunstet zu schnell. Der Tränenfilm ist jedoch essenziell: Er schützt die Augenoberfläche, versorgt sie mit Nährstoffen und sorgt für klares Sehen.
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten:
- Fettschicht – verhindert zu schnelles Verdunsten
- Wässrige Schicht – befeuchtet und versorgt das Auge
- Schleimschicht – sorgt dafür, dass die Tränen gleichmäßig haften
Schon kleine Störungen können zu Beschwerden führen.
Typische Symptome trockener Augen
Trockene Augen können sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Häufige Anzeichen sind:
- Brennen, Stechen oder Jucken
- Rötung der Augen
- Fremdkörpergefühl („Sand im Auge“)
- Lichtempfindlichkeit
- Verschwommenes Sehen, besonders abends
- Müde oder schwere Augen
- Tränende Augen als Gegenreaktion
Bleiben die Beschwerden über längere Zeit bestehen, sollte man sie ernst nehmen.
Häufige Ursachen im Alltag
Trockene Augen entstehen selten durch nur einen Faktor. Meist kommen mehrere Auslöser zusammen:
1. Bildschirmarbeit
Beim Arbeiten am Computer blinzeln wir deutlich seltener – der Tränenfilm reißt schneller auf.
2. Trockene Raumluft
Heizungen, Klimaanlagen oder wenig Lüften fördern die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.
3. Kontaktlinsen
Sie können die Sauerstoffversorgung des Auges beeinträchtigen und den Tränenfilm destabilisieren.
4. Hormonelle Veränderungen
Besonders Frauen sind in den Wechseljahren häufiger betroffen.
5. Medikamente
Bestimmte Medikamente (z. B. Antihistaminika, Antidepressiva) können trockene Augen begünstigen.
6. Stress und Schlafmangel
Auch das Nervensystem beeinflusst die Tränenproduktion – chronischer Stress kann Symptome verstärken.
Was hilft bei trockenen Augen?
Die gute Nachricht: Oft lassen sich die Beschwerden mit einfachen Maßnahmen deutlich lindern.
✔️ Alltagsnahe Tipps
- Bewusst blinzeln, besonders bei Bildschirmarbeit
- 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten 20 Sekunden in 20 m Entfernung schauen
- Regelmäßig lüften, um die Raumluft zu verbessern
- Ausreichend trinken, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen
- Bildschirm tiefer positionieren, damit die Augen weniger geöffnet sind
✔️ Befeuchtende Unterstützung
- Tränenersatzmittel (konservierungsmittelfrei bevorzugen)
- Wärmende Augenauflagen, um die Fettproduktion der Liddrüsen anzuregen
- Augenpausen statt Dauerbelastung
✔️ Ernährung & Lebensstil
- Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl, Walnüssen, fettem Fisch) können die Tränenfilmqualität unterstützen
- Ausreichend Schlaf und Stressreduktion wirken oft unterschätzt positiv
Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Wenn die Beschwerden:
- dauerhaft anhalten
- sich trotz Selbsthilfe nicht bessern
- mit Schmerzen oder Sehveränderungen einhergehen
sollte eine augenärztliche Abklärung erfolgen. So lassen sich ernstere Ursachen ausschließen und gezielt behandeln.
Fazit
Trockene Augen sind unangenehm, aber in vielen Fällen gut beeinflussbar. Kleine Veränderungen im Alltag, bewusste Pausen und eine gute Augenpflege können bereits viel bewirken. Wichtig ist, die Signale des Körpers ernst zu nehmen – denn gesunde Augen sind ein zentraler Teil unseres Wohlbefindens.