von Denise Pätzold

Wohnen & Leben

Der Duft nach frischer Wäsche, eine Vanillekerze im Wohnzimmer oder ein Reiniger mit Zitronenaroma – angenehme Gerüche verbinden wir schnell mit Sauberkeit und Behaglichkeit. Doch ein guter Duft bedeutet nicht automatisch gute Raumluft.

Ausgerechnet Produkte, mit denen wir unser Zuhause frischer und gemütlicher machen möchten, können zusätzliche Stoffe in die Innenraumluft bringen. Dazu gehören beispielsweise Duftsprays, Duftkerzen, ätherische Öle und bestimmte Reinigungsmittel.

Das bedeutet keineswegs, dass jede Duftkerze oder jeder Haushaltsreiniger gesundheitsschädlich ist. Wer jedoch täglich zahlreiche Duftprodukte verwendet, sollte wissen, was dabei in die Raumluft gelangen kann – und wie sich die Belastung mit wenigen Veränderungen reduzieren lässt.

Was kann die Raumluft belasten?

Die Luft in unseren Wohnräumen wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst.

Mögliche Quellen sind beispielsweise:

  • Möbel und Bodenbeläge
  • Wandfarben und Lacke
  • Klebstoffe
  • Tabakrauch
  • Kochen und Braten
  • offene Feuerstellen
  • Kerzen
  • Raumdüfte und Duftöle
  • Wasch- und Reinigungsmittel
  • Renovierungsarbeiten

Ein Teil dieser Quellen kann sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Luft abgeben.

VOC ist dabei keine einzelne Substanz, sondern ein Sammelbegriff für zahlreiche flüchtige organische Stoffe. Sie können unter anderem aus Lösemitteln, Duftstoffen und vielen anderen Materialien und Produkten stammen.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob sich überhaupt VOC in einem Raum befinden, sondern welche Stoffe in welchen Konzentrationen auftreten.

Raumdüfte: Frische Luft aus der Flasche?

Raumsprays, Duftstecker und Duftstäbchen sollen unangenehme Gerüche beseitigen oder eine bestimmte Atmosphäre schaffen. Tatsächlich wird ein vorhandener Geruch häufig lediglich durch einen anderen überlagert. Das eigentliche Problem bleibt bestehen.

Riecht es beispielsweise aufgrund von:

  • feuchten Textilien,
  • Abfällen,
  • Kochgerüchen,
  • mangelnder Lüftung
  • oder Feuchtigkeitsproblemen,

sollte möglichst die Ursache beseitigt werden.

Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich einen zurückhaltenden Umgang mit Raumdüften. Schlechte Innenraumluft sollte nicht durch Duftstoffe überdeckt werden. Lüften und die Geruchsquelle beseitigen ist die bessere Lösung.

Duftstoffe sind nicht automatisch harmlos

Duftstoffe können natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein. Dabei ist „natürlich“ nicht automatisch gleichbedeutend mit „gesund“ oder „reizfrei“.

Bestimmte Duftstoffe können bei empfindlichen Menschen beispielsweise Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Einige Duftstoffe besitzen zudem allergenes Potenzial.

Empfindliche Personen können auf intensive Beduftung unter anderem mit Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Reizungen der Atemwege reagieren. Wer solche Beschwerden beobachtet, kann testweise für einige Zeit auf parfümierte Haushaltsprodukte und Raumdüfte verzichten.

Duftkerzen: Gemütlich, aber nicht emissionsfrei

Kerzenlicht gehört für viele Menschen zu einem gemütlichen Abend dazu. Beim Abbrennen einer Kerze findet jedoch eine Verbrennung statt. Dabei können unter anderem Partikel und Verbrennungsprodukte in die Raumluft gelangen. Duftkerzen geben zusätzlich Duftstoffe ab.

Das bedeutet nicht, dass gelegentliches Kerzenlicht automatisch problematisch ist. Aus Sicht der Raumluft gilt jedoch:

Je mehr Kerzen gleichzeitig und je länger sie brennen, desto mehr Verbrennungsprodukte entstehen im Innenraum.

Besonders in kleinen, schlecht gelüfteten Räumen lohnt sich deshalb Zurückhaltung.

So lassen sich Kerzen bewusster verwenden

Wer auf Kerzen nicht verzichten möchte, kann einige einfache Dinge beachten:

  • nur wenige Kerzen gleichzeitig anzünden
  • Räume anschließend lüften
  • stark rußende Kerzen löschen
  • den Docht regelmäßig auf eine geeignete Länge kürzen
  • Kerzen nicht in dauerhaft schlecht belüfteten Räumen abbrennen
  • bei Duftempfindlichkeit unparfümierte Kerzen wählen

Rußt eine Kerze auffällig stark, sollte sie nicht einfach weiterbrennen.

Sind natürliche Duftkerzen automatisch besser?

Bezeichnungen wie „natürlich“, „pflanzlich“ oder „mit ätherischen Ölen“ klingen zunächst besonders gesund.

Für die Raumluft ist die Sache jedoch komplizierter. Auch natürliche Duftstoffe bestehen aus chemischen Verbindungen. Und auch eine Kerze aus pflanzlichem Wachs erzeugt beim Verbrennen Emissionen.

Deshalb ist es sinnvoller, weniger auf Werbebegriffe und stärker auf die tatsächliche Verwendung zu achten:

sparsam verwenden, sauber abbrennen lassen und anschließend lüften.

Ätherische Öle und Duftlampen

Lavendel, Orange, Eukalyptus oder Pfefferminze – ätherische Öle werden gerne verwendet, um Wohnräume zu beduften. Doch auch ätherische Öle setzen flüchtige Substanzen frei. Schließlich ist genau das der Grund, warum wir sie überhaupt riechen können.

Sie sollten deshalb nicht automatisch als schadstofffreie Alternative zu synthetischen Raumdüften betrachtet werden. Besondere Vorsicht ist in Haushalten mit Säuglingen und Kleinkindern geboten. Manche ätherischen Öle beziehungsweise deren Inhaltsstoffe können für kleine Kinder problematisch sein.

Auch Allergiker, Menschen mit empfindlichen Atemwegen und Haustierhalter sollten sich vor der Verwendung darüber informieren, ob das jeweilige Öl für ihre Situation geeignet ist.

Reinigungsmittel als Quelle von Raumluftbelastungen

Beim Putzen können ebenfalls flüchtige Stoffe in die Raumluft gelangen. Besonders auffällig sind häufig stark parfümierte Produkte.

Der typische Geruch nach „Frische“ oder „Zitrone“ ist kein Beweis dafür, dass eine Oberfläche besonders sauber ist. Für viele alltägliche Reinigungsarbeiten reichen wenige Produkte.

Oft genügen beispielsweise:

  • ein geeigneter Allzweckreiniger
  • Spülmittel
  • ein geeigneter Badreiniger
  • Mikrofasertücher oder andere Reinigungstücher

Je nach Oberfläche können auch einfache Hausmittel eingesetzt werden. Mehr Reinigungsmittel bedeutet nicht automatisch mehr Hygiene.

Vorsicht beim Mischen von Reinigungsmitteln

Verschiedene Haushaltsreiniger sollten niemals wahllos miteinander vermischt werden. Besonders Produkte mit Chlor beziehungsweise Hypochlorit dürfen nicht mit sauren Reinigern kombiniert werden. Dabei können gefährliche Gase entstehen.

Auch andere Reiniger sollten grundsätzlich entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden. Die vermeintliche Idee „viel hilft viel“ ist beim Putzen deshalb fehl am Platz.

Sprays möglichst vermeiden

Bei einem Reinigungsspray entstehen kleine Tröpfchen, die sich in der Luft verteilen und eingeatmet werden können. Wo es praktikabel ist, kann deshalb ein flüssiger Reiniger direkt auf ein Tuch gegeben werden, statt ihn großflächig im Raum zu versprühen.

Das reduziert gleichzeitig die Menge des Produktes, die unnötig in die Raumluft gelangt.

Wenn „sauber“ nach gar nichts riecht

Eine der wichtigsten Veränderungen beginnt möglicherweise im Kopf. Viele Menschen haben gelernt: Sauberkeit muss man riechen können.

Ein frisch gereinigtes Badezimmer soll nach Zitrone riechen, die Wäsche nach „Meeresbrise“ und das Wohnzimmer nach Vanille. Doch hygienische Sauberkeit besitzt keinen bestimmten Duft.

Ein Raum kann vollkommen sauber sein und trotzdem weitgehend neutral riechen. Wer seinen Haushalt nach und nach weniger beduftet, stellt möglicherweise fest, dass die Nase empfindlicher für natürliche Gerüche wird.

Räucherstäbchen und Räucherwerk

Auch Räucherstäbchen, Räucherkegel und anderes Räucherwerk beeinflussen die Raumluft.

Hier kommt neben den Duftstoffen ein weiterer Faktor hinzu: Rauch.

Beim Verbrennen entstehen Partikel und verschiedene Verbrennungsprodukte. Aus Sicht einer möglichst schadstoffarmen Raumluft ist regelmäßiges Räuchern deshalb keine ideale Form der Raumbeduftung.

Wer gelegentlich räuchert, sollte anschließend gründlich lüften.

Was verbessert die Raumluft wirklich?

Die einfachste Maßnahme ist gleichzeitig eine der wirkungsvollsten:

Regelmäßig lüften

Durch einen ausreichenden Luftaustausch können viele in Innenräumen entstandene flüchtige Stoffe nach draußen gelangen.

Kurzes, intensives Lüften bei weit geöffneten Fenstern ist häufig sinnvoller, als Fenster über lange Zeit lediglich zu kippen.

Zusätzlich sollte man versuchen, Belastungsquellen direkt zu reduzieren.

10 Tipps für bessere Raumluft

  1. Raumdüfte nur sparsam oder gar nicht verwenden.
  2. Unangenehme Gerüche nicht überdecken, sondern deren Ursache suchen.
  3. Regelmäßig und ausreichend lüften.
  4. Duftkerzen nicht stundenlang abbrennen.
  5. Nach dem Abbrennen von Kerzen lüften.
  6. Stark parfümierte Reinigungsmittel reduzieren.
  7. Reinigungsmittel möglichst sparsam dosieren.
  8. Reiniger niemals unkontrolliert miteinander mischen.
  9. Bei empfindlichen Personen bevorzugt duftstofffreie Produkte wählen.
  10. Auch „natürliche“ Duftstoffe und ätherische Öle bewusst einsetzen.

Natürlicher Raumduft ohne Dauerbeduftung

Wer eine angenehme Atmosphäre schaffen möchte, muss deshalb nicht vollkommen auf Düfte verzichten. Eine Alternative kann darin bestehen, natürliche Gerüche nur gelegentlich und gezielt einzusetzen.

Zum Beispiel:

  • frische Blumen
  • ein Strauß getrockneter Lavendel
  • frische Kräuter in der Küche
  • Zweige aus dem Garten
  • eine angeschnittene Zitrone beim Kochen

Auch der Duft von frischer Luft nach dem Lüften kann mit der Zeit wieder als das wahrgenommen werden, was er eigentlich ist: angenehm neutral.

Zimmerpflanzen statt Raumduft?

Zimmerpflanzen schaffen eine natürliche Atmosphäre und können das Wohlbefinden in Wohnräumen steigern. Als Ersatz für regelmäßiges Lüften eignen sie sich allerdings nicht.

Die oft verbreitete Vorstellung, einige Zimmerpflanzen könnten die Raumluft eines normalen Wohnraums umfassend von Schadstoffen reinigen, lässt sich aus Laborversuchen nicht einfach auf reale Wohnungen übertragen.

Pflanzen dürfen deshalb gerne für Wohnlichkeit sorgen – die Fenster müssen wir trotzdem selbst öffnen.

Besonders sensibel: Schlafzimmer und Kinderzimmer

In Räumen, in denen wir viele Stunden verbringen, lohnt sich ein bewusster Umgang mit Duftstoffen besonders. Im Schlafzimmer braucht es beispielsweise keinen permanenten Raumduft, damit es angenehm riecht.

Regelmäßiges Lüften, saubere Bettwäsche und das Beseitigen möglicher Geruchsquellen reichen meist vollkommen aus. Auch Kinderzimmer sollten nicht unnötig dauerhaft beduftet werden. Bei ätherischen Ölen ist bei Säuglingen und Kleinkindern besondere Vorsicht geboten.

Weniger Produkte, bessere Luft

Für ein angenehm sauberes Zuhause benötigen wir erstaunlich wenige Duft- und Reinigungsprodukte. Vielleicht ist deshalb die einfachste Regel gleichzeitig die beste: Nicht jeden Geruch mit einem neuen Geruch bekämpfen.

Wenn ein Raum unangenehm riecht, sollte zunächst herausgefunden werden, warum. Möglicherweise muss:

  • gelüftet,
  • der Mülleimer geleert,
  • ein Textil gewaschen,
  • ein Abfluss gereinigt
  • oder eine Feuchtigkeitsquelle gefunden werden.

Erst die Ursache zu beseitigen ist nachhaltiger, als sie dauerhaft zu überdecken.

 

Fazit: Gute Raumluft muss nicht duften

Raumsprays, Duftkerzen, ätherische Öle und parfümierte Reinigungsmittel können Stoffe in die Raumluft abgeben. Kerzen und Räucherwerk bringen durch die Verbrennung zusätzlich Partikel und weitere Verbrennungsprodukte in den Raum.

Das bedeutet nicht, dass das gelegentliche Anzünden einer Kerze grundsätzlich vermieden werden muss. Entscheidend sind Menge, Häufigkeit, Lüftung und die individuelle Empfindlichkeit.

Wer die Raumluft möglichst wenig belasten möchte, kann mit einer einfachen Strategie beginnen: weniger beduften, Reinigungsmittel sparsam verwenden und regelmäßig lüften. Denn wirklich frische Luft braucht keinen künstlichen Duft.

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Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.

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