von Denise Pätzold
Wohnen & Leben
Neue Möbel verschönern unser Zuhause und sorgen für Gemütlichkeit. Doch viele Menschen bemerken nach dem Kauf einen unangenehmen Geruch, Kopfschmerzen oder gereizte Augen. Der Grund dafür können Schadstoffe sein, die aus Möbeln ausdünsten und die Raumluft belasten. Besonders in Innenräumen verbringen wir täglich viele Stunden – umso wichtiger ist ein gesundes Wohnklima.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Schadstoffe häufig in Möbeln vorkommen, woran man belastete Möbel erkennt und wie sich Schadstoffe reduzieren oder vermeiden lassen.
Warum Möbel Schadstoffe enthalten können
Viele Möbelstücke bestehen heute nicht mehr aus massivem Holz, sondern aus Spanplatten, MDF-Platten, Kunststoffen, Lacken oder Klebstoffen. Diese Materialien können chemische Stoffe enthalten, die nach und nach an die Raumluft abgegeben werden.
Vor allem günstige Massenware enthält häufig:
- Lösungsmittel
- Weichmacher
- Formaldehyd
- Flammschutzmittel
- Lacke und synthetische Beschichtungen
Besonders problematisch wird dies in schlecht gelüfteten Räumen oder Schlafzimmern.
Welche Schadstoffe kommen häufig vor?
Formaldehyd zählt zu den bekanntesten Schadstoffen in Möbeln. Es wird häufig in Klebern und Spanplatten verwendet.
Mögliche Beschwerden:
- Kopfschmerzen
- Reizungen der Augen und Atemwege
- Müdigkeit
- Schlafprobleme
Vor allem neue Möbel können über Wochen oder Monate Formaldehyd ausgasen.
VOC steht für „Volatile Organic Compounds“. Dabei handelt es sich um flüchtige chemische Stoffe, die aus Farben, Lacken, Kunststoffen oder Klebstoffen entweichen.
Typische Anzeichen:
- chemischer Geruch
- Schwindel
- Konzentrationsprobleme
- gereizte Schleimhäute
Weichmacher kommen häufig in Kunststoffen vor, beispielsweise bei Kunstleder oder beschichteten Möbeln.
Einige Weichmacher stehen im Verdacht:
- hormonell zu wirken
- Allergien zu fördern
- die Gesundheit langfristig zu belasten
Bestimmte Polstermöbel und Matratzen enthalten chemische Flammschutzmittel. Diese Stoffe können sich im Hausstaub ansammeln und über die Atemwege aufgenommen werden.
Woran erkennt man schadstoffbelastete Möbel?
Starker chemischer Geruch
Ein intensiver „neuer Möbel“-Geruch ist oft ein Hinweis auf ausdünstende Schadstoffe. Besonders bei billigen Möbeln hält dieser Geruch häufig lange an.
Körperliche Beschwerden nach dem Möbelkauf
Folgende Symptome können auf belastete Raumluft hinweisen:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- tränende Augen
- Husten
- Schlafstörungen
- Hautreizungen
Treten die Beschwerden nach dem Kauf neuer Möbel auf, sollte man aufmerksam werden.
Warnsignale beim Material
Besonders kritisch können sein:
- Spanplatten
- stark lackierte Oberflächen
- Kunststoffbeschichtungen
- Kunstleder
- billige Schaumstoffe
Massivholzmöbel schneiden meist deutlich besser ab.
Schadstoffe messen lassen
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann:
- Raumluftanalysen durchführen lassen
- Schadstofftests bestellen
- Prüfsiegel beachten
Hilfreiche Siegel:
- Blauer Engel
- FSC
- ÖkoControl
- natureplus
Diese Zertifikate weisen auf schadstoffärmere Produkte hin.
Wie lassen sich Schadstoffe aus Möbeln reduzieren?
Neue Möbel zuerst auslüften
Neue Möbel sollten möglichst:
- einige Tage gelüftet werden
- zunächst in wenig genutzten Räumen stehen
- regelmäßig Frischluft bekommen
Besonders wichtig: Fenster mehrmals täglich weit öffnen.
Raumluft verbessern
Zimmerpflanzen können das Raumklima positiv beeinflussen. Besonders beliebt sind:
- Grünlilie
- Efeutute
- Bogenhanf
- Areca-Palme
Auch Luftreiniger mit Aktivkohlefiltern können helfen.
Möbel mit Natron reinigen
Natron kann Gerüche teilweise neutralisieren.
So geht’s:
- Möbeloberfläche leicht mit Natron bestreuen
- Einige Stunden einwirken lassen
- Absaugen oder abwischen
Besonders hilfreich bei Polstermöbeln.
Aktivkohle gegen Gerüche
Aktivkohle bindet Schadstoffe und Gerüche aus der Luft.
Schalen mit Aktivkohle können:
- in Schränken
- neben neuen Möbeln
- im Schlafzimmer
aufgestellt werden.
Luftfeuchtigkeit regulieren
Eine gute Luftfeuchtigkeit unterstützt das Raumklima.
Ideal sind: 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit
Zu trockene Luft kann Schadstoffe stärker wahrnehmbar machen.
Schadstofffreie Möbel kaufen – worauf achten?
Massivholz bevorzugen
Massivholzmöbel enthalten meist weniger Klebstoffe und Chemikalien.
Besonders empfehlenswert:
- unbehandeltes Holz
- geölte Oberflächen
- natürliche Materialien
Auf Naturmaterialien achten
Gute Alternativen:
- Holz
- Leinen
- Baumwolle
- Schurwolle
- Naturkautschuk
Zertifizierungen prüfen
Achten Sie beim Kauf auf:
- ökologische Siegel
- schadstoffarme Verarbeitung
- nachhaltige Produktion
Alte Möbel als Alternative
Vintage- oder Secondhand-Möbel haben oft einen Vorteil:
Viele Schadstoffe sind bereits ausgedünstet.
Besonders alte Massivholzmöbel können:
- langlebig
- nachhaltig
- schadstoffärmer
sein.
Fazit
Möbel können die Raumluft stärker beeinflussen, als viele Menschen vermuten. Chemische Gerüche, Kopfschmerzen oder gereizte Augen sollten ernst genommen werden. Mit bewusster Materialwahl, regelmäßigem Lüften und natürlichen Wohnmaterialien lässt sich ein gesünderes Zuhause schaffen.
Wer langfristig auf natürliche Möbel und schadstoffarme Materialien setzt, verbessert nicht nur das Wohnklima, sondern unterstützt auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein gesundes Zuhause beginnt oft bei den Dingen, die uns täglich umgeben.