von Denise Pätzold
Gesundheit & Ernährung
Natürliche Pflege für trockene Haut
Sanddorn ist mit seinen leuchtend orangefarbenen Beeren nicht nur ein besonderer Blickfang in der Natur. Auch in der natürlichen Hautpflege hat sich die Pflanze einen festen Platz erobert. Vor allem Sanddornfruchtfleischöl ist aufgrund seiner charakteristischen Zusammensetzung und seiner intensiven Farbe eine interessante Zutat für selbstgemachte Naturkosmetik.
Eine Sanddorn-Creme lässt sich mit wenigen natürlichen Zutaten ganz einfach selber machen. In Kombination mit Sheabutter, Mandelöl und Jojobaöl entsteht eine reichhaltige Pflege, die besonders bei trockener, beanspruchter und reifer Haut angenehm ist.
Warum ist Sanddorn gut für die Haut?
Sanddornöl enthält verschiedene Fettsäuren sowie fettlösliche Pflanzenstoffe. Dabei unterscheiden sich Sanddornkernöl und Sanddornfruchtfleischöl deutlich voneinander: Das Öl aus den Samen enthält vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Alpha-Linolensäure. Das orangefarbene Fruchtfleischöl zeichnet sich dagegen durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Palmitoleinsäure (Omega-7) und Carotinoiden aus.
Gerade die Carotinoide verleihen dem Fruchtfleischöl seine intensive orange bis rötliche Farbe. Sanddornöle enthalten außerdem Tocopherole und weitere Pflanzenstoffe. Aufgrund dieser Zusammensetzung werden sie häufig in kosmetischen Produkten für trockene und beanspruchte Haut eingesetzt.
Sanddornöl eignet sich besonders zur Pflege von:
- trockener und rauer Haut
- beanspruchter und spröder Haut
- reifer Haut
- Haut, die zu Spannungsgefühlen neigt
- Händen, Ellenbogen und anderen besonders trockenen Hautpartien
Auch wenn Sanddornöl traditionell zur Pflege strapazierter Haut verwendet wird und experimentelle Studien interessante Effekte auf Hautbarriere und Regenerationsprozesse zeigen, sollte eine selbstgemachte Sanddorn-Creme nicht als Behandlung von Hauterkrankungen verstanden werden. Die klinische Evidenz zu vielen der beschriebenen Wirkungen ist bislang begrenzt.
Welches Sanddornöl eignet sich für die Creme?
Für dieses Rezept eignet sich besonders kaltgepresstes Sanddornfruchtfleischöl. Es besitzt die typische kräftige orange Farbe und enthält deutlich mehr Palmitoleinsäure und Carotinoide als Sanddornkernöl.
Sanddornkernöl kann ebenfalls verwendet werden. Es ist meist heller und besitzt eine andere Fettsäurezusammensetzung. Wer vor allem die typische Farbe und die reichhaltige Pflege des Sanddorns sucht, greift am besten zum Fruchtfleischöl.
Wichtig: Sanddornfruchtfleischöl ist sehr farbintensiv. Bereits wenige Tropfen färben eine Creme gelb bis orange. Deshalb sollte es sparsam dosiert werden.
Rezept: Sanddorn-Creme selber machen
Die folgende Rezeptur enthält kein Wasser. Streng genommen handelt es sich daher um einen reichhaltigen Creme-Balsam. Der Vorteil: Die Herstellung ist besonders einfach und das Risiko einer schnellen mikrobiellen Verderblichkeit ist wesentlich geringer als bei einer klassischen Emulsion aus Wasser und Öl.
Zutaten für etwa 100 ml Sanddorn-Creme
| Zutat | Menge | Eigenschaft |
| Sheabutter | 40 g | reichhaltige Basis, macht die Haut geschmeidig |
| Mandelöl | 25 ml | mildes Pflegeöl für trockene Haut |
| Jojobaöl | 15 ml | pflegend und oxidationsstabil |
| Sanddornfruchtfleischöl | 5 ml | liefert Carotinoide und charakteristische Fettsäuren |
| Bienenwachs | 5 g | gibt der Creme Festigkeit und bildet einen schützenden Film |
| Vitamin E (Tocopherol) | ca. 1 ml | schützt die enthaltenen Pflanzenöle vor Oxidation |
| ätherisches Lavendel- oder Orangenöl | 3–5 Tropfen, optional | für einen dezenten Duft |
Utensilien
- hitzebeständiges Glas oder Schälchen
- kleiner Topf für das Wasserbad
- Löffel oder Glasrührstab
- Küchenwaage
- sauberer Kosmetiktiegel
- optional Handmixer für eine besonders luftige Konsistenz
Sanddorn-Creme herstellen – Schritt für Schritt
Schritt 1: Arbeitsplatz vorbereiten
Bevor du beginnst, sollten Hände, Arbeitsfläche und sämtliche Utensilien gründlich gereinigt werden. Den Kosmetiktiegel am besten zusätzlich desinfizieren und vollständig trocknen lassen.
Sauberes Arbeiten verlängert die Haltbarkeit der selbstgemachten Naturkosmetik.
Schritt 2: Sheabutter und Bienenwachs schmelzen
Sheabutter und Bienenwachs in ein hitzebeständiges Glas geben und langsam im Wasserbad erwärmen.
Nur so lange erhitzen, bis sich die Zutaten vollständig verflüssigt haben. Eine unnötig starke Erhitzung sollte vermieden werden.
Schritt 3: Mandel- und Jojobaöl hinzufügen
Das Glas aus dem Wasserbad nehmen. Mandelöl und Jojobaöl hinzufügen und alles sorgfältig miteinander verrühren.
Die Mischung anschließend einige Minuten abkühlen lassen.
Schritt 4: Sanddornöl einrühren
Erst wenn die Mischung nur noch handwarm ist, das Sanddornfruchtfleischöl und Vitamin E hinzufügen.
Gut verrühren, bis sich das intensiv orangefarbene Öl gleichmäßig verteilt hat.
Schritt 5: Optional ätherisches Öl hinzufügen
Wer seiner Sanddorn-Creme einen leichten Duft verleihen möchte, kann nun wenige Tropfen ätherisches Öl einrühren.
Lavendel harmoniert beispielsweise gut mit dem warmen Duft der Pflanzenöle. Ätherische Öle sind jedoch kein Muss. Gerade bei empfindlicher Haut ist eine duftstofffreie Variante häufig die bessere Wahl.
Schritt 6: Creme abfüllen
Die noch flüssige Mischung in einen sauberen Tiegel füllen und bei Raumtemperatur fest werden lassen.
Für eine besonders cremige, luftige Konsistenz kann die Masse alternativ zunächst kurz gekühlt werden. Sobald sie am Rand fest wird, aber in der Mitte noch weich ist, mit einem Handmixer aufschlagen und anschließend in den Tiegel füllen.
Anwendung der selbstgemachten Sanddorn-Creme
Da die Creme sehr reichhaltig ist, genügt bereits eine kleine Menge. Etwas Creme zwischen den Fingerspitzen erwärmen und dünn auf die gereinigte Haut auftragen. Besonders angenehm ist die Anwendung auf noch leicht feuchter Haut, beispielsweise nach dem Duschen oder nach der Gesichtsreinigung.
Die Sanddorn-Creme eignet sich unter anderem für:
- Gesicht und Hals
- trockene Hände
- Ellenbogen
- trockene Unterschenkel
- besonders raue Hautstellen
Für das Gesicht sollte zunächst wirklich nur eine kleine Menge verwendet werden. Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut kann die reichhaltige Rezeptur zu schwer sein.
Vorsicht: Sanddornöl kann färben
Die intensive Farbe des Sanddornfruchtfleischöls stammt von seinen Carotinoiden. Das sieht in der Creme wunderschön aus, hat aber einen kleinen Nachteil: Bei hoher Dosierung kann das Öl vorübergehend einen orangefarbenen Schimmer auf der Haut hinterlassen und helle Textilien verfärben.
Deshalb:
Sanddornöl sparsam verwenden
- Creme gut einziehen lassen
- direkten Kontakt mit heller Kleidung unmittelbar nach dem Eincremen vermeiden
- bei Bedarf die Menge an Sanddornöl auf 2–3 ml reduzieren
Wie lange ist selbstgemachte Sanddorn-Creme haltbar?
Da diese Rezeptur kein Wasser enthält, ist sie deutlich weniger anfällig für mikrobiellen Verderb als eine klassische Creme mit Wasserphase. Trotzdem können die enthaltenen Pflanzenöle mit der Zeit oxidieren und ranzig werden.
Bei sauberer Herstellung, kühler und lichtgeschützter Lagerung sollte die Creme möglichst innerhalb von etwa drei bis sechs Monaten verbraucht werden. Entscheidend ist dabei immer auch die Haltbarkeit der verwendeten Ausgangsöle.
Vitamin E unterstützt die Oxidationsstabilität der Pflanzenöle, ist jedoch kein Konservierungsmittel gegen Bakterien, Hefen oder Schimmel.
Die Creme am besten:
- in einem sauberen, gut verschließbaren Tiegel aufbewahren
- vor direkter Sonne schützen
- nicht mit nassen Fingern entnehmen
- bei ungewöhnlichem Geruch oder veränderter Konsistenz entsorgen
Sanddorn-Creme für besonders trockene Haut
Wer eine noch reichhaltigere Pflege möchte, kann die Rezeptur leicht verändern.
Dafür 10 ml des Mandelöls durch zusätzlich 10 g Sheabutter ersetzen. Die Creme wird dadurch fester und eignet sich besonders gut als schützender Balsam für trockene Hände, Ellenbogen oder andere raue Hautstellen.
Sanddorn-Creme ohne Bienenwachs
Auch eine vegane Variante ist möglich. Das Bienenwachs kann beispielsweise durch ein geeignetes pflanzliches Kosmetikwachs ersetzt werden. Da pflanzliche Wachse häufig eine andere Festigkeit besitzen, muss die Menge je nach verwendetem Wachs angepasst werden.
Wer ganz auf Wachs verzichten möchte, kann lediglich Sheabutter und Pflanzenöle verwenden. Das Ergebnis ähnelt dann eher einer weichen Bodybutter als einer Creme.
Tipps für die selbstgemachte Sanddorn-Creme
- Patch-Test durchführen: Bei empfindlicher Haut zunächst eine kleine Menge in der Armbeuge ausprobieren und die Hautreaktion abwarten.
- Weniger ist mehr: Sanddornfruchtfleischöl ist intensiv gefärbt. Schon eine kleine Menge genügt für eine deutlich orangefarbene Creme.
- Kaltgepresstes Öl verwenden: Für selbstgemachte Naturkosmetik bietet sich ein hochwertiges, möglichst schonend gewonnenes Sanddornöl an.
- Dunkler Tiegel: Licht kann empfindliche Pflanzenstoffe und Öle beeinträchtigen. Ein Braunglas- oder Violettglastiegel ist daher praktisch.
- Kleine Mengen herstellen: Lieber häufiger eine kleine Portion frisch zubereiten als große Vorräte über viele Monate lagern.
- Ätherische Öle sind optional: Eine gute Hautpflege benötigt keinen Duft. Für empfindliche Haut kann die Sanddorn-Creme vollständig ohne ätherische Öle hergestellt werden.

Sanddorn: natürliche Pflege mit leuchtender Farbe
Sanddornfruchtfleischöl gehört aufgrund seiner ungewöhnlichen Zusammensetzung zu den besonderen Pflanzenölen in der Naturkosmetik. Charakteristisch sind vor allem sein Gehalt an Palmitoleinsäure sowie die orangefarbenen Carotinoide.
Zusammen mit Sheabutter, Mandelöl und Jojobaöl entsteht daraus mit wenig Aufwand eine reichhaltige selbstgemachte Pflege für trockene und beanspruchte Haut. Da die Rezeptur ohne Wasser auskommt, ist sie zudem unkompliziert herzustellen und ideal für alle, die mit wenigen ausgewählten Zutaten ihre eigene Naturkosmetik herstellen möchten.
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Hinweis: Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und von der Redaktion geprüft.