von Denise Pätzold

Wohnen & Leben

Steigende Energiepreise und kalte Wintertage stellen viele vor dieselbe Herausforderung: Wie kann man Heizkosten sparen, ohne zu frieren oder Schimmel zu riskieren? Die gute Nachricht: Schon mit einfachen Verhaltensänderungen lässt sich viel erreichen. Richtiges Heizen schützt nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Bausubstanz, Raumluft und Gesundheit.

Im folgenden Artikel findest du 20 wertvolle und alltagstaugliche Tipps, wie du deine Wohnung im Winter effizient, sparsam und angenehm warm hältst.

Heizkosten sparen und dennoch nicht frieren – geht das?

Ja. Entscheidend ist nicht, möglichst wenig zu heizen, sondern gleichmäßig, bedarfsgerecht und bewusst. Große Temperaturschwankungen, falsches Lüften oder dauerhaft zu kalte Räume erhöhen langfristig sogar die Heizkosten – etwa durch Feuchtigkeit und Schimmel.

Lüften und Heizen im Winter: Wie heizt man günstig?

Heizen und Lüften gehören zusammen. Wer falsch lüftet, heizt buchstäblich „zum Fenster hinaus“. Wer zu wenig heizt, riskiert Feuchtigkeit. Ziel ist ein stabiles Raumklima.

20 Tipps für das richtige Heizen im Winter

Tipp 1: Ab wann muss man heizen?

Spätestens, wenn die Raumtemperatur dauerhaft unter 18 °C fällt, solltest du heizen. Unterkühlte Räume fördern Feuchtigkeit und Schimmelbildung.

Tipp 2: Diese Heizstufe spart Kosten

Thermostat-Empfehlung:

  • Stufe 2 ≈ 16–18 °C
  • Stufe 3 ≈ 20 °C (ideal für Wohnräume)
  • Stufe 4 ≈ 22–24 °C

Jede Grad-Absenkung spart etwa 6 % Heizenergie.

Tipp 3: Kuschelig warm mit Kleidung und Teppichen

Warme Socken, Pullover und Teppiche auf kalten Böden erhöhen das Wärmeempfinden deutlich – ganz ohne zusätzliche Heizkosten.

Tipp 4: Nicht alle Räume gleich stark heizen

  • Wohnzimmer: ca. 20 °C
  • Schlafzimmer: 16–18 °C
  • Küche: oft reichen 18 °C
  • Bad: 22 °C (zeitweise)

Ungenutzte Räume sollten nicht komplett auskühlen, aber niedriger beheizt werden.

Tipp 5: So hält sich die Heizwärme besser

  • Rollläden und Vorhänge abends schließen
  • Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten
  • Zugluft vermeiden

So bleibt die Wärme dort, wo sie gebraucht wird.

Tipp 6: Richtig lüften ohne Wärmeverluste

  • Stoßlüften statt Kipplüften
  • 2–4× täglich für 5–10 Minuten
  • Fenster ganz öffnen, Heizung kurz abdrehen

Das tauscht feuchte Luft aus, ohne Wände auszukühlen.

Tipp 7: Thermometer und Hygrometer nutzen

Idealwerte:

  • Raumtemperatur: 18–21 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 40–60 %

Zu hohe Feuchtigkeit erhöht das Schimmelrisiko, zu trockene Luft belastet Atemwege.

Tipp 8: Heizkörper nicht verdecken

Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen blockieren die Wärmeabgabe. Heizkörper brauchen freie Luftzirkulation.

Tipp 9: Heizkörper entlüften und warten

Gluckernde Heizkörper enthalten Luft – das kostet Energie. Einmal pro Heizsaison entlüften lohnt sich.

Tipp 10: Heiztemperatur nachts und bei Abwesenheit senken

Nachts oder tagsüber außer Haus:

  • Absenken um 2–4 °C
  • Nicht komplett abschalten
  • So sparst du Energie, ohne die Wohnung auszukühlen.

Tipp 11: Automatische Heizkörpersteuerung nutzen

Programmierbare oder smarte Thermostate passen die Temperatur automatisch an Tageszeiten an – komfortabel und sparsam.

Tipp 12: Zusätzlich dämmen und Fenster abdichten

  • Dichtungsbänder an Fenstern und Türen
  • Zugluftstopper an Wohnungstüren
  • Dämmung von Heizkörpernischen

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung.

Tipp 13: Energieverbrauch im Auge behalten

Regelmäßiger Blick auf den Verbrauch hilft, Heizfresser zu erkennen und das eigene Verhalten anzupassen.

Tipp 14: Umziehen, wenn Sparen nicht ausreicht

Manchmal liegt das Problem nicht im Heizverhalten, sondern in schlechter Bausubstanz. Ein energieeffizienterer Wohnraum kann langfristig günstiger sein.

Tipp 15: Erneuerbare Energien nutzen

Für Haus- und Wohnungsbesitzer:

  • Wärmepumpe
  • Solarthermie
  • moderne Pellet- oder Hybridheizungen

Langfristig umweltfreundlich und kostensparend.

Tipp 16: Türen zu unbeheizten Räumen schließen

So verhinderst du, dass warme Luft in kältere Bereiche entweicht.

Tipp 17: Gleichmäßig heizen statt stark aufdrehen

Ständiges Hoch- und Runterdrehen kostet mehr Energie als konstantes, moderates Heizen.

Tipp 18: Feuchte Räume gezielt wärmen

Feuchtigkeit fühlt sich kälter an. Leichtes Heizen in Bad oder Schlafzimmer beugt Schimmel vor.

Tipp 19: Heizkörper regelmäßig reinigen

Staub behindert die Wärmeabgabe. Ein sauberer Heizkörper arbeitet effizienter.

Tipp 20: Auf das eigene Wärmeempfinden achten

Nicht jede Person friert gleich. Ziel ist Wohlbefinden, nicht Perfektion.

 

Fazit: Wie heizt man richtig?

Richtig heizen heißt:

  • bedarfsgerecht statt übertrieben
  • regelmäßig lüften
  • Räume sinnvoll temperieren
  • Wärmeverluste vermeiden

Du musst nicht frieren, um zu sparen – oft reicht mehr Bewusstsein statt mehr Heizleistung.

Weitere Tipps für zu Hause

Richtig heizen – häufig gestellte Fragen

Welche Heizstufe ist im Winter ideal?

Meist Stufe 3 (ca. 20 °C) in Wohnräumen.

Ist dauerhaft niedrige Temperatur sinnvoll?

Nein. Unter 16–17 °C steigt das Schimmelrisiko.

Stoßlüften oder Kipplüften?

Ganz klar: Stoßlüften.

Spart Nachtabsenkung wirklich Energie?

Ja – solange die Wohnung nicht komplett auskühlt.

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