von Denise Pätzold
Gesundheit & Ernährung
Dailydream Schlafstudie zeigt: Entscheidend ist die Qualität – nicht die Dauer
Gräfelfing – Mehr Schlaf bedeutet automatisch mehr Energie, bessere Gesundheit und höhere Leistungsfähigkeit? Ganz so einfach ist es nicht. Wer länger im Bett liegt, schläft nicht zwangsläufig besser. Das zeigt eine aktuelle Schlafstudie von Dailydream, für die das Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 2.000 Menschen in Deutschland zu ihrem Schlafverhalten befragt hat.
Das zentrale Ergebnis: Die Qualität des Schlafs ist wichtiger als die reine Schlafdauer. In manchen Regionen Deutschlands schlafen Menschen zwar länger, erholen sich dadurch aber nicht automatisch besser. Gleichzeitig räumt die Studie mit einem weit verbreiteten Irrtum auf – insbesondere zu Jahresbeginn: Powernaps sind kein Ersatz für gesunden Nachtschlaf.
Dailydream versteht sich als Experte für ganzheitliche Schlafgesundheit. Geschäftsführer Tobias Jaroschek ist ausgebildeter Schlafcoach und verbindet Produktkompetenz mit fundiertem Wissen über gesunden Schlaf.
„Gerade zu Beginn eines neuen Jahres nehmen sich viele Menschen vor, stärker auf ihre Gesundheit zu achten. Schlaf spielt dabei eine zentrale Rolle – wird aber häufig unterschätzt“, sagt Jaroschek. „Guter Schlaf entsteht nicht zufällig. Er ist das Ergebnis aus Routinen, einer passenden Schlafumgebung und bewussten Entscheidungen im Alltag.“
Regionale Unterschiede beim Schlafverhalten
Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern – sowohl bei der Schlafdauer als auch beim täglichen Rhythmus.
Die kürzeste durchschnittliche Schlafdauer unter Erwerbstätigen wurde in Hessen mit 7 Stunden und 12 Minuten gemessen. Am längsten schlafen Menschen in Berlin mit 7 Stunden und 52 Minuten.
Auch Sachsen (7:47 Stunden), Bremen (7:48 Stunden) und Hamburg (7:36 Stunden) liegen über dem bundesweiten Durchschnitt. Bayern (7:43 Stunden) und Baden-Württemberg (7:32 Stunden) bewegen sich im Mittelfeld, während Thüringen (7:17 Stunden) und das Saarland (7:28 Stunden) am unteren Ende liegen.
Auch die Schlafenszeiten unterscheiden sich deutlich:
In Bayern gehen Menschen unter der Woche im Schnitt bereits um 21:22 Uhr ins Bett – früher als in allen anderen Bundesländern. In Berlin (21:55 Uhr), Sachsen (21:56 Uhr) und Hamburg (22:04 Uhr) wird dagegen deutlich später geschlafen. Die Aufstehzeiten variieren ebenfalls: Während in Sachsen-Anhalt der Wecker durchschnittlich bereits um 05:48 Uhr klingelt, beginnt der Tag in Hessen im Schnitt erst um 07:02 Uhr. Bayern liegt mit 06:37 Uhr im Mittelfeld.
Diese Unterschiede zeigen, wie stark Schlaf durch Lebensrhythmus, Arbeitszeiten oder Pendelwege geprägt wird.
Singles schlafen länger als Paare
Ein weiterer Trend zieht sich durch alle Regionen: Alleinlebende schlafen im Schnitt länger als Menschen, die ihr Bett mit einer weiteren Person teilen. Wer zu zweit schläft, hat häufig kürzere Ruhephasen – ein Effekt, der sich besonders im Alltag bemerkbar macht.
Powernaps: kurzfristig hilfreich, langfristig kein Ersatz
Gerade zum Jahresstart greifen viele Menschen häufiger zu Powernaps, um Müdigkeit auszugleichen. Die Studie zeigt jedoch einen klaren Zusammenhang: Menschen, die regelmäßig Powernaps machen, bewerten ihre Schlafqualität schlechter. Die durchschnittliche Bewertung der Schlafqualität liegt bei Powernappern bei 3,03, während sie bei Personen ohne Powernaps 2,70 beträgt.
„Ein kurzer Powernap von etwa 15 Minuten kann sich zwar erfrischend anfühlen“, erklärt Jaroschek. „Er ersetzt jedoch keinen erholsamen Nachtschlaf. Wer regelmäßig tagsüber nachschlafen muss, sollte seine Schlafgewohnheiten grundsätzlich überdenken.“
Mütter schlafen am schlechtesten
Ein weiteres Ergebnis bestätigt eine Erfahrung vieler Familien: Mütter schlafen besonders schlecht. Frauen mit Kindern bewerten ihre Schlafqualität deutlich schlechter als Frauen ohne Kinder – und auch schlechter als Männer mit Kindern. Gründe sind häufig nächtliches Aufwachen durch Kinder, mentale Belastung oder fehlende Erholungsphasen.
„Viele Mütter leisten nachts eine Form von Care-Arbeit, die oft unsichtbar bleibt“, sagt Jaroschek. „Dabei ist Schlaf keine Nebensache, sondern eine wichtige Ressource für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.“
Die größten Schlafstörer
Auch bei den Störfaktoren ergibt sich ein klares Bild:
- Grübeln und Gedankenkarussell
- Rücken- und Nackenbeschwerden
- Smartphone-Nutzung im Bett
Besonders in Großstädten spielt das Smartphone eine große Rolle: Dort gibt etwa jede siebte Person an, dass es den Schlaf stark beeinträchtigt.
Fazit: Qualität vor Quantität
Die Ergebnisse der Dailydream Schlafstudie zeigen deutlich: Schlaf ist individuell und stark von Lebensumständen geprägt. Regionale Unterschiede, Alltag und Gewohnheiten beeinflussen, wann und wie gut Menschen schlafen. Mehr Zeit im Bett führt nicht automatisch zu besserem Schlaf. Entscheidend sind eine gute Schlafhygiene, feste Routinen und eine schlaffreundliche Umgebung.
„Schlaf ist keine Luxusfrage, sondern eine zentrale Grundlage für Gesundheit“, sagt Jaroschek. „Wer gut durchs Jahr kommen will, sollte verstehen, was den eigenen Schlaf wirklich verbessert.“